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HERKUNFT DES SAFRANS

Wie der Safran nach Afghanistan kam

 

Der größte Produzent von Safran ist das afghanische Nachbarland, der Iran. Er beliefert über 90% des Weltmarktes, Mashad ist das Zentrum des Safrananbaues. In den Zeiten des Krieges gegen die russische Besatzungsmacht mussten Millionen Afghanen in den Iran fliehen. Viele fingen an bei Bauern zu arbeiten und sie erlernten dort den Anbau und die Kultivierung von Safran. Zum Teil kehrten die Familien zurück in ihre Heimat. Sie brachten Safran-Knollen mit und sie begannen das neue erworbene Wissen anzuwenden. NGOs wurden auf diese Entwicklungen aufmerksam und entdeckten die Möglichkeiten, dass gerade in ländlichen Gebieten der Safran eine echte und einträgliche Alternative bot und sogar das Potenzial hat den bislang großflächigen Opiumanbau vollständig zu ersetzen. Safran ist der beste Ersatz für Opium, weil er ähnlich hohe Erträge abwirft und einen ebenso guten Markt hat. Nach Abzug der Sowjetarmee und dem Fall des Taliban-Regimes, förderten unterschiedliche Organisationen Kleinbauern in ihrem Bestreben, weg vom Opium- hin zum Safrananbau. Sie wurden weiter geschult, ausgebildet und erhielten einen fundierten Einblick angefangen von dem Anbau über die Ernte bis hin zur Verarbeitung.

Chorasan – Die Perle des Ostens

 

Die antike Stadt Herat, im heutigen Afghanistan, befindet sich auf der ehemaligen Route der legendären Seidenstraße. Aber Herat hatte in seiner langen Geschichte auch noch andere Namen, man nannte die Stadt auch “das Florenz Asiens”. Sie war Teil des altpersischen Reichs und ein Zentrum für Handel, Kunst und Kultur. Im 6. Jahrhundert v. Chr. wurde ein neues Königreich ausgerufen und die ganze Region, Herat, Mashad und einige kleinere Städte, wurden zu “Khorasan”, der “Perle des Ostens”. Über Herat und seine Schätze erfahrt ihr demnächst mehr aber nun zurück zum Safran.

Es erklären sich jetzt die vielen Gemeinsamkeiten sprachlicher aber auch geisteswissenschaftlicher Natur auf beiden Seiten der afghanisch-iranischen Grenze. Doch die Verbindung zum Iran ist nicht nur kulturhistorisch, sondern auch ökologisch zu betrachten. Herat bietet die gleich guten Vorrausetzungen was Boden, Wasser und Klima anbetreffen wie Mashad, was keine vier Autostunden entfernt liegt. Der Safran aus der Provinz Herat hat eine hohe Qualität und der aus dem Ghorian-Distrikt soll sogar weltweit der Beste sein.

Safran aus Herat

 

Im Jahr 2008 haben sich einige Agraringenieure mit Safran-Bauern zusammengetan und ein gemeinsames Ziel definiert: Die Kultivierung von Safran! Unser Kontakt vor Ort ist die deutsche NGO Help- Hilfe zur Selbsthilfe e.V. und diese hat uns mit Agrarwissenschaftler der Universität in Herat zusammengebracht. Ihr Fachgebiet ist der ökologische Anbau von Safran. Ein Team der Uni berät nun die Kleinbauern in ihrer Tätigkeit und unterstützt diese in Fragen der Agrarkunde. 

Help e.V. forscht und arbeitet ebenso am Thema Safran als wirtschaftlicher Impulsgeber für strukturschwache Regionen in Afghanistan. Wir von Conflictfood pflegen einen engen Kontakt zu Help e.V. und haben von diesem wunderbaren Projekt erfahren und sind froh und dankbar, es fördern zu dürfen.

Frauenpower

 

Conflictfood hat sich für euch auf die Suche nach dem „Roten Gold“ gemacht und fand diesen auf dem Feld eines Frauenkollektives, westlich von Herat. In unserem nächsten Beitrag lernt ihr die Gruppe starker, afghanischer Frauen kennen, die ihr selbstverwaltetes Kollektiv gegründet haben!

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