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DAS FRAUENKOLLEKTIV VON HERAT

Der Frauenrat im Westen von Herat

 

Das afghanische Institut für ländliche Weiterentwicklung gründete 2008 die Vereinigung zur Kultivierung von Safran. Dieser wurde zunächst von Männern dominiert. In dem kleinen Örtchen 45 km von der Provinzhauptstadt Herat entfernt, wurden diese Männer von der Shura, dem Rat, gestellt. Ein kleine Gruppe von fünf Frauen waren Teil dieser Shura, denn sie wollten ein Mitsprachrecht in Angelegenheiten, die auch sie betrafen und sie hatten großes Interesse, die soziale Entwicklung ihrer Region aktiv mitzugestalten.Um die sozio-ökonomische Situation der Frauen zu verbessern, begann die NGO HELP e.V. mit einer Erhebung und Bewertung der aktuellen Lage. Nach vielen Sitzungen und Gesprächen mit Männern der Shura, mit dem Ziel eine autonome Frauen-Shura zu bilden, gelang es den Frauen tatsächlich sich abzutrennen. Sie formierten sich neu und unabhängig, zum ersten Frauenrat!

Von Frauen für Frauen

 

Die Frauen-Shura bedeutet Zugang zu Bildung, Arbeit und Information: Nun konnte dauerhaft ein Ort entstehen, an dem sich Frauen unabhängig austauschen können, wo Konferenzen abgehalten werden, wo Workshops und Fortbildungen nur für Frauen stattfinden. An dieses Frauenzentrum sollen ein Kinderspielplatz und ein Kindergarten angeschlossen werden sowie ein Internetcafé und ein Tee-Garten.Geschaffen wurde eine Vertriebsmöglichkeit für Agrarprodukte, im speziellen für Gemüse und für den Verkauf von Milcherzeugnissen. Der Safran gehört selbstverständlich auch dazu. Die Waren werden im vereinseigenen Shop und auf dem Markt gehandelt. Darüberhinaus gibt es Literatur-, Englisch- und Fotografiekurse, Ausbildungsmöglichkeiten am Computer und einen Schönheitssalon. Die Shura ist jetzt von der afghanischen Regierung als unabhängige Vereinigung offiziell anerkannt.Salem probiert die noch frischen „Quruti“Ein Mann aus dem Dorf sammelt Feuerholz

Wünsche, Hoffnungen, Ängste

 

Wir haben die Frauen-Shura nach ihren Visionen für die Zukunft gefragt: Sie haben ganz konkrete Ziele. Sie wollen den Gewinn wieder investieren, neue Geräte kaufen, mehr Land bestellen, um mehr Safran zu kultivieren. Aber mit Sorge schauen sie auf die jüngsten Entwicklungen im Land. Die wachsende Unsicherheit und ein Erstarken der Taliban-Milizen würde all das Erreichte wahrscheinlich vernichten.Wir von Conflictfood tun, was wir können, um den Menschen zumindest eine wirtschaftliche Perspektive zu bieten. Unser Ziel ist es, für die Menschen vor Ort eine sichere Existenz und ein gutes Einkommen zu schaffen. Damit sie einfach ein gutes Leben führen können. Im Länderranking der Weltbank belegt Afghanistan beim grenzüberschreitenden Handel den letzten Platz. Conflictfood eröffnet den Bauern neue Absatzmärkte – „made in Afghanistan“. Durch den Kauf von Safran kannst du das Frauenkollektiv aktiv unterstützen.

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