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Geschichte Afghanistans

Afghanistan – Drehscheibe der Kulturen

 

Afghanistan, das uns heute als karges Hochgebirgsland mit knappen Ressourcen und einer langen Kette von gewaltsamen Auseinandersetzungen erscheint, hat eine überaus lebhafte und abwechslungsreiche Geschichte zu bieten. In den unterschiedlichen historischen Darstellungen wird es oft als „Wiege vieler Reiche des Altertums“, „Kreuzweg der Kulturen“ und „Drehscheibe der Völker“ bezeichnet. Afghanistans einzigartige Kultur entstand tatsächlich in einem Schmelztiegel vieler Völker und Religionen zwischen Hindukusch, Seidenstraße und Wüstenregionen. In den Jahrtausenden seiner Geschichte wurde das Land und seine Bevölkerung von Zaratustra, dem Buddhismus, den Griechen und schließlich islamischen Einflüssen geprägt.

Afghanistan – Das Durchgangsland

 

Afghanistan wird oft als „Durchgangsland“ beschrieben. So fielen in der Antike und im Mittelalter immer wieder Völker aus Zentralasien in die Region des heutigen Afghanistans ein. Reiche entstanden, die selten mehr als wenige Generationen währten und häufig durch die Ankunft eines neuen Nomadenvolks wieder zerstört wurden. Erstaunlich ist die Ausdehnung, die viele dieser Imperien hatten, reichten sie doch oft von den Steppen Zentralasiens bis in die Ganges-Ebene.

Das Durrani-Reich

 

Der Paschtune Ahmad Schah Durrani gründet 1747 ein eigenständiges paschtunisches Reich, das als Durrani-Reich bekannt ist. Es gilt als Vorläufer des modernen Afghanistans. Sowohl Ahmad Schah als auch die Herrscher nach ihm bekommen das Reich nie ganz unter ihre Kontrolle und sehen sich mit inneren Unruhen konfrontiert.

Zwischen den Großmächten

 

Im 19. Jahrhundert etablierte sich der Begriff „Afghanistan“ für die aus der Sicht der Großmächte herrschaftslose Pufferzone zwischen Persien und den Kolonialmächten Russland und Britisch-Indien.

In insgesamt drei sogenannten Anglo-Afghanischen Kriegen versuchen die Briten, ihre kolonialen Interessen durchzusetzen. Der dritte im Jahr 1919 hat schließlich die völlige Unabhängigkeit Afghanistans zur Folge. Erst jetzt wird diese Bezeichnung als Staatsname etabliert.Emir Amanullah Khan, der spätere sogenannte Reformkönig, versucht in der Folge, das Land zu modernisieren. Er orientiert sich dabei am türkischen Präsidenten Mustafa Kemal Atatürk. Er wertete die Rolle der Frauen auf, führte die Schulpflicht für Jungen und Mädchen ein und trennte Staat und Religion.

Die Goldenen Jahre

 

Amanullahs Nachfolger heben die Reformen weitgehend wieder auf. 1946 tritt Afghanistan den Vereinten Nationen bei. Als neutraler Staat profitiert es in der Folge vom Ost-West-Konflikt. Mit großzügigen finanziellen Zuwendungen von beiden Machtblöcken erlebt Afghanistan die Zeit der „Goldenen Jahre”. Die Wirtschaft nimmt Fahrt auf und es kommt zu einer allgemeinen Stabilisierung.

1964 unternimmt König Mohammed Zahir Schah Maßnahmen, um das Land liberaler zu gestalten. Er erlässt eine Verfassung, die allen männlichen Afghanen das aktive und passive Wahlrecht zusichert. Außerdem erhält Afghanistan erstmals einen bürgerlichen Ministerpräsidenten.Das Land an der ehemaligen Seidenstraße war ein beliebter Aufenthaltsort für junge Reisende, Aussteiger und Hippies aus aller Welt. Es war nicht nur Landschaft und Kultur, natürlich auch die leicht erhältlichen Drogen wie Haschisch, Opium und Heroin lockten jährlich 70.000 Touristen nach Kabul.

Die Goldenen Jahre währten nicht lange, Ende der 1970er bringen sich die Kommunisten mittels eines äußerst blutigen Putsches an die Macht und läuten eine jahrzehntelange dunkle Zeit für Afghanistan ein.Jahrzehntelange Besatzung, Bürgerkrieg, Tod, Krankheit, Elend und Vertreibung folgten.

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